
Handschrift ist ebenso eine körperliche wie eine schulische Fähigkeit. Buchstaben zu formen, braucht Handkraft, Fingerkontrolle und Auge-Hand-Koordination, die sich nach und nach im Spiel entwickeln.
Wird zu früh ein Stift in die Hand gedrückt, bevor diese Grundlagen da sind, entstehen eher Frust und ungünstige Gewohnheiten als ordentliche Buchstaben.
Die gute Nachricht: Die Vorbereitung macht Spaß und braucht nur selten einen Stift.
Zuerst die Grundlagen
Feinmotorische Kraft und Kontrolle entstehen, wenn die Hände auf viele kleine, fummelige Arten benutzt werden.
Perlen auffädeln, Puzzles machen, mit kleinen Bausteinen bauen, mit der Schere schneiden, mit Knete spielen, kleine Dinge mit den Fingern oder einer Pinzette aufheben: All das bereitet die Hand ganz still auf den Stift vor.
Große Bewegungen zählen ebenfalls: Klettern, großflächiges Malen und Malen an der Staffelei bauen die Stabilität in Schulter und Arm auf, auf der die feine Kontrolle aufsetzt.
Zeichen der Schreibbereitschaft
- Hält einen Wachsmalstift oder Stift mit den Fingern statt mit der ganzen Faust.
- Kann einfache Formen abzeichnen: Linien, Kreise, Kreuze.
- Zeigt eine gefestigte Händigkeit (oft, wenn auch nicht immer, etwa mit vier oder fünf).
- Malt, zeichnet und kritzelt gern.
- Kann Knöpfe schließen, mit der Schere schneiden, Perlen auffädeln.
Behutsame erste Schritte
Wenn ein Kind bereit ist, beginnen Sie mit seinem Namen und lassen Sie das Schreiben spielerisch bleiben: im Sand, mit Kreide auf dem Gehweg, mit dem Finger im Rasierschaum. Zeigen Sie eine bequeme Stifthaltung, aber erzwingen Sie sie nicht, und halten Sie die Einheiten kurz.
Spiegelverkehrte Buchstaben und wackelige Linien sind noch jahrelang völlig normal; Genauigkeit kommt mit Zeit und Übung, nicht mit Druck.
