
Eine regelmäßige Gutenachtgeschichte ist ein kleines Ritual, das ganz still enorm viel bewirkt: Sie erweitert Wortschatz und Hintergrundwissen, baut Aufmerksamkeit auf, stärkt die Bindung zwischen Ihnen und signalisiert dem Körper, dass der Tag zur Ruhe kommt.
Kaum eine Zehn-Minuten-Gewohnheit zahlt sich so gut aus.
Was es aufbaut
- Sprache: Bücher verwenden reichere Wörter als die Alltagssprache und nähren Wortschatz und Verständnis.
- Wissen: Geschichten zeigen ganz nebenbei, wie die Welt funktioniert, nah und fern.
- Aufmerksamkeit: einer Erzählung bis zum Ende zu folgen, ist echtes Training für anhaltende Konzentration.
- Nähe: die Wärme einer gemeinsamen Geschichte ist ihre eigene Belohnung und sorgt dafür, dass sich Lesen gut anfühlt.
- Schlaf: ein ruhiger, bildschirmfreier Ausklang hilft Kindern, zur Ruhe zu kommen.
Damit es bleibt
Halten Sie es zur selben Zeit, als Teil derselben Abfolge: Baden, Zähneputzen, Buch, Licht aus. Vorhersehbarkeit macht aus einer Tätigkeit ein Ritual.
Lassen Sie Ihr Kind das Buch aussuchen und kämpfen Sie nicht gegen den Wunsch nach immer demselben: Wiederholung ist die Art, wie kleine Kinder lernen.
Halten Sie das Licht gedämpft und Ihre Stimme ruhig. Das ist kein Leseüben, Sie lesen vor. Hier geht es um Freude und Ruhe, nicht ums Erlesen.
Wenn sie älter werden
Sobald Ihr Kind selbst liest, können Sie sich die Arbeit teilen, es liest eine Zeile, Sie eine Seite, aber hören Sie nicht mit dem Vorlesen auf, nur weil es selbst erlesen kann. Vorgelesen zu bekommen, was über dem eigenen Niveau liegt, nährt Wortschatz und Liebe zu Geschichten noch jahrelang.
Viele Familien lesen bis weit in die Grundschulzeit hinein mit Freude abends ein Kapitelbuch.
